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    Plurale Theologie der Religionen

  1 Theorie der Religionen   2 Religionen in Geschichte und Gegenwart   3 Glaube, Ritual, Mythos: Formen des Transzendierens   4 Gott, Gottheiten, Göttliches   5 Helden, Halbgötter, Heilsgestalten   6 Menschenbilder   7 Weltbilder   8 Religiöse Gemeinschaften   9 Heilsvorstellungen   10 Ethik der Religionen

    4 Gott, Gottheiten, Göttliches



Im Zentrum der meisten religiösen Traditionen steht der Glaube an eine oder mehrere Gottheiten, göttliche Kräfte oder Prinzipien, das auf diese Wesen bezogene Verhalten der Menschen sowie ihre Kommunikation mit solchen und über solche Wesenheiten.

Wenn der religiöse Glaube darin besteht, dass Menschen sich selbst und die sinnlich wahrnehmbare und faktische Realität der in der Welt vorfindlichen Objekte transzendieren, indem sie ihr Herz an jemanden oder etwas zu hängen oder von jemandem oder etwas ergriffen zu sein, dann ist derjenige oder dasjenige, von dem Menschen ergriffen sind und an den oder woran sie ihr Herz hängen, der Gegenstand oder das Gegenüber ihres Transzendierens also ihr Gott.

Dieses Gegenüber oder dieser Gegenstand des Transzendierens kann als persönliche Gottheit oder als unpers&oul;liches Göttliches aufgefasst werden. Im ersten Fall kann es sich um einen einzelnen Gott oder einzelne Göttin (Monotheismus) oder um mehrere Göttinnen und Götter (Polytheismus) handeln. Im zweiten Fall kann es sich um eine unpersönliche göttliche Kraft, eine göttliche Weltordnung, ein Prinzip, eine Lehre oder das Universum handeln.

Gottheiten können sich in Naturerscheinungen wie Himmel, Erde, Sonne, Mond, Gewitter, Bergen oder Flüssen zeigen. Sie können in Bildern, Tempeln oder im Vollzug des Rituals gegenwärtig sein. Sie können in menschlichen, tierischen, pflanzlichen, übernatürlichen oder gemischten Formen auftreten, aber auch als form- und gestaltlos gedacht sein. Sie können als ewig oder vergänglich, als entstanden oder unentstanden, als konkret oder abstrakt erfahren, gedacht und verehrt werden. Der Vielfalt göttlicher Erscheinungen sind keine Grenzen gesetzt.

Eine umfassende Bestimmung der transzendenten Wesenheiten kann daher nicht von bestimmten dieser Eigenschaften, die immer nur auf einige von ihnen zutreffen, ausgehen. Sie kann daher nicht substanziell sein, sondern muss formal bestimmmen, worin der Charakter des menschlichen Transzendierens liegt, der zu diesen vielfältigen Gestalten und Wesenheiten führt. Das ist aber eben die oben genannte Besonderheit, dass Menschen an sie glauben, also ihr Herz an sie hängen, ihnen vertrauen und von ihnen ergriffen sind.



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