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    Plurale Theologie der Religionen

  1 Religionstheoretische Grundlagen   2 Religionen in Geschichte und Gegenwart   3 Glaube, Ritual, Mythos: Formen des Transzendierens   4 Göttin/Gott, Gottheiten, Göttliches und Heiliges   5 Helden, Halbgötter, Heilsgestalten   6 Menschenbilder   7 Weltbilder   8 Religiöse Gemeinschaften   9 Heilsvorstellungen   10 Ethik der Religionen

    5 Helden, Halbgötter, Heilsgestalten


In Religionen transzendieren Menschen die empirisch wahrnehmbare Welt der faktischen Realität, indem sie ihr Herz an bestimmte personale oder nicht-personale Wesen, Kräfte oder Vorstellungen hängen. Diese Wesen, Kräfte oder Vorstellungen bilden in der Vorstellungswelt der Religionen einen transzendenten Bereich, auf den sich der religiöse Glaube und das religiöse Verhalten beziehen. Sie werden je nach religiöser Tradition als Gott, Götter und Göttinnen, göttliche Kräfte oder transzendente Prinzipien aufgefasst.

In den verschiedenen Religionen gibt es unterschiedliche Arten und Weisen, auf die zwischen dieser transzendenten Welt und der immanenten Wirklichkeit, in der die Menschen in ihrem Alltag leben, vermittelt wird. In vielen religiösen Traditionen gibt es neben dem eigentlichen Gegenstand oder Gegenüber des Transzendierens weitere Gestalten, die in der einen oder anderen Weise zwischen diesen Wesen und den Menschen, zwischen Transzendenz und Immanenz vermitteln. Vereinfacht lassen sie sich unter der Überschrift "Helden, Halbgötter, Heilsgestalten" zusammenfassen.

Es kann sich dabei um Gottheiten handeln, die in die menschliche Welt hinabsteigen, wie die Avataras im Hinduismus. Es können niedere Gottheiten, Engel oder andere Mittlerwesen sein, die zwischen der transzendenten und der immanenten Welt vermitteln. Kinder von Göttern und Menschen können als Halbgötter zwischen beiden Welten stehen. Es kann sich auch um eine Gestalt wie Jesus Christus handeln, der nach christlicher Lehre gleichzeitig wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Menschen wie Gautama Buddha können durch eine herausragende Erkenntnis, die sie gemacht und weitergeben haben, eine quasi-göttliche Bedeutunng erlangen. Andere Menschen können als Helden durch besondere Taten, als Propheten durch eine göttliche Berufung, als Charismatiker durch eine besondere Gabe oder auch als Könige oder Priester durch ihr Amt zwischen den Gottheiten und den Menschen vermitteln.

"Helden, Halbgötter, Heilsgestalten. Auszug aus: Plurale Theologie der Religionen, Kapitel 5", 2. Fassung vom 01.02.2021 (PDF-Datei, 36 Seiten, 359 kB)



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