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    Plurale Theologie der Religionen

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    6 Menschenbilder der Religionen



In den verschiedenen Religionen gibt es unterschiedliche Vorstellungen davon, wie Menschen entstanden sind, welche Bedeutung, welche Aufgaben und welche Stllung in der Welt sie haben. Das Menschenbild einer Religion steht debai in einem engen Zusammenhang von den Vorstellungen über Gott, Götter oder das Göttliche in der jeweiligen Religion.

In den monotheistischen Religionen gelten die Menschen als Geschöpfe Gottes. In der jüdischen und christlichen Bibel gibt es zwei Schöpfungsmythen. Im ersten, vielleicht jüngeren Mythos (Gen 1) werden die Menschen allein durch das Wort Gottes nach dem Bilde Gottes als Mann und Frau geschaffen. Im zweiten Mythos (Gen 2) formt Gott zunächst einen Menschen (Adam) aus Erde und haucht ihm dann den Lebensodem ein. Danach schafft er aus der Rippe dieses Mannes eine Frau als Partnerin für den Mann. Auch der Koran kennt diesen zweiten Schöpfungsmythos und erzählt ihn auf ganz äliche Weise.

In der christlichen und jüdischen Tradition gilt der Mensch als Ebenbild Gottes. Dies ist nicht im Sinne einer physischen Ähnlichkeit zu verstehen, sondern im Sinne einer besonderen Begabung durch Gott. Die Menschen erhalten den Auftrag, über die Erde und die anderen Lebewesen zu herrschen, sie zu behüten und zu bewahren. Auch im Islam haben die Menschen eine herausragende Rolle. Sie gelten als Statthalter Gottes und werden sogar über die Engel erhoben. Andererseits bleiben sie aber Gott gegenüber stets seine Diener.

In den drei monothestischen Religionen übertreten die ersten Menschen (Adam und Eva) Gottes Vorschriften und werden dafür bestraft, indem sie aus dem Paradies vertrieben werden. Nur im Christentum hat sich daraus die Vorstellung entwickelt, dass alle Menschen von Geburt an Sünder (Erbsünde) und damit grundsätzlich erlösungsbedürftig seien. Nach christlicher Lehre sind die sündigen Menschen durch den Tod Jesu am Kreuz von ihren Sünden erlöst, wenn sie daran glauben. Sie sind also gleichzeitig Sünder und durch Gott Gerechtfertigte.

In den südasiatischen Religionen leben die Menschen in einem ständigen Kreislauf der Wiedergeburten. Dieser Kreislauf wird durch das Handeln (Karman) der Menschen in Gang gehalten. Je nach ihrem guten oder schlechten Karman erlangen sie eine bessere oder schlechtere Wiedergeburt. Da viele Hindus, Jainas und Buddhisten das Leben im Kreislauf der Wiedergeburten als leidvoll ansehen, streben sie nach einer Erlösung aus diesem Kreislauf. Im Hinduismus herrscht die Vorstellung von einer ewigen Seele oder einem ewigen Selbst (Atman), das immer wiedergeboren wird, vor. Die Erlösung besteht dann in der Vereinigung dieses Selbst mit dem göttlichen Allgeist (Brahmen). Für Buddhisten gibt es keinen ewigen Wesenskern des Menschen, sondern nur das Entstehen eines vergänglichen Wesens in Anhängigkeit von den Taten eines vorherigen Wesens. Das Ziel für die Buddhisten ist daher kein ewiges sein, sondern ein Verwehen oder Ausblasen, dass das Ende des Leids bedeutet.

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